23.09.2022 - 24.09.2022,  Wien

Das kindliche Unbewusste und die Kreativität

Einsatz von kreativen und gestalterischen Medien in der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen


  • Referent/in: Tina Haas, MSc
  • Dauer: Freitag: 15:00-20:30 Uhr, Samstag: 09:00-17:00 Uhr
  • Ort: VPA Seminarzentrum, Simmeringer Hauptstraße 34/Stiege 1/Tür 4, 1110 Wien
  • Kosten: Euro 340,00 (für Mitglieder Euro 295,00)
  • Einheiten: 15
  • Fortbildungspunkte: BÖP: in Einreichung
    ÖBVP: wird immer im Nachhinein eingereicht

Inhalt

Jedes Kind hat aufgrund seiner Ausstattung für eine sinnhafte Wahrnehmung im Entwicklungsgeschehen einen natürlichen Drang zu kreativen Ausdrucksformen. Jedes Kind ist „Maler“, „Komponist“, „Dichter“ oder ein kleiner Schauspieler.

In der Psychotherapie mit kreativen Medien wird versucht, das Expressive, Künstlerische im Kind durch gemeinsames kreatives Tun zu fördern und zu entwickeln und wo es in seiner Lebensgeschichte schon eingeengt und beschränkt wurde, es wieder zu wecken und zur Entfaltung zu bringen.

Das Unbewusste ist auch das Verdrängte. Im Prozess der Sozialisation werden Ereignisse, die dem Körper durch Einwirkung der Außenwelt widerfahren als Atmosphären, Szenen und Szenengeschichten archiviert. Schmerzliche Erfahrungen von Traumatisierungen oder Defizite würden leidvoll im Erleben bleiben, wenn nicht die Möglichkeit der Verdrängung Schutz bieten würde. Wenn das Verdrängte ein zu großes Ausmaß annimmt, so dass es durch die Bewältigungskräfte der Seele und die positiven Wirkungen des Umfeldes nicht mehr kompensiert werden kann, wird es sichtbar durch Verhaltensauffälligkeiten, Störungen der Kommunikation oder psychosomatischen Reaktionen.

In der psychotherapeutischen Arbeit versuchen wir, dem Kind oder dem Jugendlichen die Sprache der Expression in den Medien widerzugeben, um den Unbewussten einen anderen Ausdruckskörper zu verleihen, so dass sich das Bedrohliche und Bedrückende zeigen kann. Sobald das Verdrängte mitgeteilt und deshalb „geteilt“ werden kann beginnt die Heilung: Der Therapeut wird zur Person, die versteht und das Mitgeteilte mitträgt. Wir können trösten, erklären, neue Wege aufzeigen und alternative Szenen mit neuen Erlebnis – und Erfahrungsmöglichkeiten bereitstellen.

In dieser Fortbildung werden folgende kreative Medien und deren Anwendung vorgestellt:
-Körperbild (Body chart)
-Collagen
-Theater mit selbstgemalten und laminierten Figuren
-Arbeit mit der Knetmasse
-Gestaltungen des „sicheren Ortes“
-Gefühle ausdrücken mit Hilfe von Pastellkreiden
-Gestalten von Intermediärobjekten, Kraft- und Schutzsymbolen

Anhand von zahlreichen Patientenbeispielen aus der Praxis werden Therapieverläufe mit den oben genannten kreativen Medien anschaulich dargestellt.

Veranstaltungsnr.: 2753