18.03.2022 - 18.03.2022,  Wien

Rache - gefangen zwischen Macht und Ohnmacht

Psychotherapeutische Aspekte


  • Referent/in: Univ.-Prof. Prim. Dr.med. Reinhard Haller
  • Dauer: 13:00- 17:00 Uhr
  • Ort: Hotel Stefanie, Taborstraße 12, 1020 Wien
  • Kosten: Euro 185,00 (für Mitglieder Euro 130,00)
  • Einheiten: 6
  • Fortbildungspunkte: 6

Inhalt

Rache in all ihren Erscheinungsformen spielt als die wahrscheinlich vielfältigste, komplexeste und widersprüchlichste Emotion in der Psychotherapie eine wichtige Rolle. Denn Rachebedürfnisssen und -gedanken sind nicht nur für die Klienten /Patienten ein belastendes, oft verdrängtes Thema, sondern können Ursache verschiedener neurotischer Störungen, partnerschaftlicher Konflikte und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen sein. Oft resultiert Rache aus Eifersucht und Neid, häufig aus Kränkung und enttäuschtem Vertrauen, immer aus versagter oder entzogener Liebe. Rachebedürfnisse entspringen dem Verlangen nach Gerechtigkeit und wachsen am Wunsch nach Stärkung des Selbstwertes. Weil Rache, die äußerlich ein soziales Korrektiv sein kann, innerlich emotionale und kognitive Dissonanzen auslöst, hält sie uns gefangen zwischen Macht und Ohnmacht.

Anhand zahlreicher Beispiele und charakteristischer Episoden wird das Phänomen der Rache mit all ihren Formen und Ursachen, ihrer psychologischen Entwicklung und ihrer sozialen Bedeutung, aber auch ihren Auswirkungen auf Rächende und Racheopfer beschrieben. Das Seminar soll nicht nur zu einer differenzierten Sichtweise und einem besseren Verständnis dieser schwierigen Emotion führen, sondern auch vermitteln, wie in Beratung und Therapie mit Rachegefühlen umgegangen, der Teufelskreis der Rache durchbrochen werden und eine konstruktiven Überwindung gelingen kann.

Veranstaltungsnr.: 2790