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Stoffungebundene Abhängigkeiten, die im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Verhaltenssüchte bezeichnet werden, beziehen sich auf zwanghaftes Verhalten, welches im Laufe der Zeit negative Auswirkungen auf den Alltag, das emotionale Erleben und das Umfeld mit sich bringen kann. Jedes scheinbar "normale" Verhalten, kann bei dieser psychischen Erkrankung einen pathologischen Charakter annehmen.
Der Terminus "Verhaltenssucht" ist neu und bezeichnet exzessive Verhaltensweisen, die auch Merkmale einer psychischen Abhängigkeit aufweisen. Deswegen wurden stoffungebundene Abhängigkeiten bereits in die ICD11 als psychische Erkrankung aufgenommen. Viele Jahre wurde dieses Problem leider verkannt, weswegen den Betroffenen zu wenig oder nicht die richtige Hilfe angeboten werden konnte. Klient:innen lernen aufgrund des exzessiven Verhaltens, dass Emotionen entweder verstärkt oder unterdrückt werden können. Es hat sich zudem gezeigt, dass stoffungebundene Abhängigkeiten so zeitintensiv werden können, dass Bedürfnisse und alltägliche Aktivitäten in den Hintergrund rücken können, was bereits zu den Kriterien einer Abhängigkeit nach ICD10 zählt. Schwerwiegende psychische, finanzielle und soziale Probleme können durch exzessive Verhaltensweise die Folge sein. Da auch Verhaltensweisen zu einer verstärkten Ausschüttung von Dopamin führen, hat sich gezeigt, dass Betroffene ein unwiderstehliches Verlangen nach der Ausübung der entsprechenden Verhaltensweisen entwickeln, was auch als Craving bezeichnet wird. Wird das Verhalten nicht mehr durchgeführt, kann dies bei Betroffenen zu psychischen Entzugserscheinungen führen, die Ähnlichkeiten mit stoffgebundenen Abhängigkeiten aufweisen. Die Auslöser für stoffgebundene Abhängigkeiten können vielseitig sein und müssen individuell betrachtet werden. Nicht zu verkennen ist, dass viele Betroffene nach dem Überwinden einer stoffgebundenen Abhängigkeit in eine sogenannte Verhaltenssucht rutschen, was als Suchtverlagerung bezeichnet wird.
Das Webinar bietet einen Einblick über unterschiedliche stoffungebundene Abhängigkeiten wie Internetsucht, Kaufsucht, Sexsucht und Spielsucht. Hierbei sollen die Gemeinsamkeiten zu stoffgebundenen Abhängigkeiten aufgezeigt werden. Zudem bietet das Webinar einen Überblick über mögliche Behandlungsweisen dieser psychischen Erkrankung. Mit dem Webinar wird ein Basiswissen vermittelt, wobei die theoretischen Inhalte mit Praxisbeispielen anschaulich gemacht werden.
Ziel:
Stoffungebundene Abhängigkeiten sollen erkannt und mögliche Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Das Webinar ist Teil der
Webinarreihe: Das kleine Potpourri der Suchttherapie, die Module der Webinarreihe können sowohl einzeln, als auch als Reihe gesamt gebucht werden.
Schlüsselwörter:
Stoffungebundene Abhängigkeiten, Spielsucht, Kaufsucht, Verhaltenssucht, Sexsucht, Internetsucht
Veranstaltungsnr.: 3790