10.01.2022 - 10.01.2022,  Online

Schematherapeutische Grundlagen I - WEBINAR

Wie entstehen Muster des Erlebens und welche Bedeutung haben sie im Alltag?


  • Referent/in: Dr.in phil. Leokadia Brüderl
  • Dauer: 15:00-19:15 Uhr
  • Ort: Online, Zoom
  • Kosten: Euro 150,00 (für Mitglieder Euro 110,00)
  • Einheiten: 5
  • Fortbildungspunkte:

Inhalt

In diesem Webinar sollen schematherapeutische Grundlagen vermittelt werden, die zu einem Verständnis darüber beitragen, wie Muster des Erlebens (Schemata) entstehen und welche Bedeutung diese in unserer Alltagsroutine haben können.

Im Verlauf der Biografie bilden sich positive und negative Muster des Erlebens (Schemata) heraus, die als neuronale Erregungsbereitschaft in jedem von uns schlummern. Unter schematherapeutischer Perspektive sind für die Ausbildung der Schemata fünf zentrale Bedürfnisbereiche von besonderer Bedeutung
a) Bindung,
b) Autonomie und Selbstwirksamkeit,
c) Identität, Struktur, Grenzen und Konsistenzerleben,
d) Selbstwerterhöhung und Anerkennung,
e) Lust, Spiel, Spaß und Spontaneität).

Wenn bedeutsame Bezugspersonen diese psychischen Grundbedürfnisse angemessen beantworten, entstehen positive, adaptive Muster des Erlebens. Sie bilden die Basis für Resilienz. Durch ihre Aktivierung werden Bewältigungsreserven mobilisieren. Ein stabiles seelisches Immunsystem kann sich ausbilden. Die Aktivierung dieser positiven Schemata in Konflikt- bzw. Anforderungssituationen unterstützt einen Zugriff auf die Regulationsinstanz einer Person und hat damit positive Auswirkungen auf aktuelle Zustände (Modi).

Wächst eine Person, bezogen auf die zentralen, emotionalen Grundbedürfnisse, unter ungünstigen Bedingungen auf, so können negative, maladaptive Schemata entstehen, die dann in aktuellen, belastenden Lebenssituationen Wahrnehmungsprozesse rasch und effizient bündeln. Sie lenken wie ein innerer Klingel- bzw. Alarmknopf die Aufmerksamkeitsrichtung. Innere Reaktionen und automatisierte Verhaltensantworten können die Folge davon sein. Dies kann einen raschen Zugriff auf eine situationsadäquate Regulation erschweren bzw. geradezu blockieren.
Um einen Menschen in seinen emotionalen Reaktionen und Verhaltensantworten auf personale und interpersonelle Stresssituationen umfassend verstehen zu können, ist es wichtig, die Aktivierung der Schemata zu erkennen, einordnen zu können und entsprechend abzuschwächen bzw. mittels gezielter Aktivierung positiver Schemata auszubalancieren.

Aufbauend auf Webinar I wird ein 2.Teil angeboten, der die Anwendung in der Praxis beinhaltet: Link zu Teil 2

Veranstaltungsnr.: 2791